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 LAETITIA  VERLAG,
der Abenteuerverlag für Kinder und Jugendliche
stellt sich vor


Laetitia Verlag für Kinderbücher, KellenhusenLaetitia bedeutet die „Fröhliche“, die „Glückliche“. Für uns ist dieser Name zugleich Programm: Wir wollen Kindern und Jugendlichen mit unseren Büchern echte Lesefreude bieten. Denn das eine ist gewiss, vor allen anderen Bemühungen, das Buch nahezubringen – wie Autorenlesungen, die Vermittlung in der Schule, Lesenächte usw. – steht das fesselnde Buch selbst.

Die tiefere Beziehung zum Buch, die stark genug ist, ins Erwachsenenalter hineinzuwirken, entsteht in dem stillen Dialog zwischen dem jungen Leser und seinem Buch. Dieses Buch muss jedoch seine Phantasie, die angeborene Begeisterungsfähigkeit, den naturgegebenen Abenteuersinn ansprechen können.

Dazu gehört nach unserer Auffassung die Realitätsnähe der Handlung. Zwar wird es in jedem Werk der erzählenden Literatur gewisse Elemente des Fiktiven geben, aber gerade für den Bereich der Kinderliteratur erscheint es wichtig, dass die Handlung bis hinunter zu scheinbar unwichtigen Details als wirklich erscheint.

Kinder und Jugendliche müssen in eine sie real umgebende Welt hineinwachsen. In diesem frühen Stadium ist, abgesehen vom Märchen für jüngere Kinder, der klare, logische, wirklichkeitsnahe Handlungsablauf außerordentlich wichtig. Das „Entstehenlassen von Gegenwelten“, die „Befreiung von Zwängen einer erstarrten Rationalität“ oder  die „Bewusstseinserweiterung in der Transzendenz“, all dies ist für Kinder verfrüht. Als Reflex eines natürlichen Verlangens, sich in einer für sie neuen und komplexen Welt zu orientieren, wird – wie kürzlich eine von der „Stiftung Lesen“ durchgeführte Untersuchung wieder gezeigt hat – die realistische Erzählung eindeutig der phantastischen vorgezogen.

Wir distanzieren uns jedoch von einer Definition, die seit Ende der sechziger Jahre Anwendung gefunden hat, nach der die realistische Erzählung die zeitgeschichtliche oder  sozialkritische Abbildung der „realen“ gesellschaftlichen Verhältnisse darstellt. Gegen diese Definition spricht zunächst, dass es im ganzen um die Welt der Kinder und Jugendlichen nie so schlecht bestellt war und ist, wie im so genannten realistischen Kinderbuch in der Regel vorgeführt wird. Aber wichtiger noch: Zeitkritik, Emanzipation, Konfliktanalyse, all dies sind Literaturinhalte die eher  schaden als nützen, weil die mentalen Voraussetzungen im jungen Alter noch fehlen. Es sind Themen, die für Kinder ungeeignet sind.

Dagegen sollten jene Inhalte im Vordergrund stehen, die der Gefühlswelt der Leser nahe sind. Die Liebe zu Tieren, die Natur als integraler Teil und als unaufdringlicher Hintergrund der Erzählung sind daher wesentliche Kriterien bei unserer Manuskriptwahl.

Ebenso  erhält die grundsätzliche Disposition des jungen Menschen zu einer positiven, lebensbejahenden Grundbefindlichkeit in den Büchern bei Laetitia ihre Entsprechung: Nicht das offene Ende, sondern der geschlossene, positive Ausgang ist bei Laetitia die Regel. Nicht verkrampfte, dümmliche Albernheiten, sondern ein natürlicher, echter Humor, der wirklichen Lesespaß erzeugen kann, steht im Vordergrund.

 Vor allem aber soll die angeborene Lust an der Spannung, also der erhöhten Empfindungsstärke, von unseren Büchern so weit als möglich angesprochen werden. Am besten wird dies erreicht, wenn es dem Leser einfach gemacht wird, mental in die Rolle des agierenden Helden zu schlüpfen. Erzählungen im „Hier und Heute“ sind dazu am geeignetsten. In unserer technisierten, bis in den letzten Winkel entdeckten Welt ist das Abenteuer seltener geworden. Der Laetitia Verlag bemüht sich daher um Autoren, die die Phantasie besitzen, Abenteuerliches auch heute noch zu entdecken, zu erfinden und lebensnah zu gestalten.

Dem Charakter unserer Erzählungen entspricht auch die äußere Gestaltung der Bücher. Die Titelillustrationen, naturnahe Wiedergaben aus der Handlung, sind, wie wir glauben, geeignet die Neugier auf das Buch in natürlicher, ansprechender Weise zu wecken.

Wir sind überzeugt, dass trotz aller neuen Medien wenigstens ein Teil unserer Kinder und Jugendlichen vom Buch noch zu fesseln ist. Um Bücher, denen dies gelingt, – darum bemüht sich der Laetitia Verlag.

Wir haben zur Zeit eine paradoxe Situation: Die Bekanntheit eines neuen Titels hängt leider weniger davon ab, wie er dem kindlichen und jugendlichen Leser gefällt, als von der Beurteilung durch überwiegend erwachsene Juroren und Rezensenten, die das problembeladene und das sogenannte „Buch mit Tiefgang“ meist bevorzugen.

So stehen die derzeitigen Auswahlkriterien bei der Vergabe von Buchpreisen häufig dem diametral entgegen, was Lesevergnügen für Kinder und Jugendliche bedeutet. Durchmustert man zum Beispiel die Auswahllisten des Deutschen Jugend Literaturpreises der letzten zehn Jahre, findet sich in der Tat kaum ein spannendes Abenteuerbuch unter den hundert Titeln.

In Zeiten einer noch einigermaßen überschaubaren Neuproduktion konnten interessierte Eltern und engagierte Buchhändler/innen die Auswahl der Bücher mehr individuell für die Kinder vornehmen. Aber auch die Kinder selber haben ihre Vorlieben deutlicher artikuliert und bei kleineren Familienbudgets – ihre Lieblingsbücher untereinander ausgetauscht. Das war ein gutes Regulativ gegen pädagogische erwachsene Fremdbestimmung. Da hat das Lesen mehr Spaß gemacht und auf die Idee einer PISA-Studie brauchte niemand zu kommen. (Natürlich gibt es noch andere Gründe für Lesemüdigkeit als ungeeignete Kinderbücher.)

Was ist zu tun? Wir sollten uns darauf besinnen, wie den Kindern Freude am Lesen verschafft werden kann. Warum in diesem Alter nicht auch sogenannte „eskapistische“ Literatur, Abtauchen in eine spannende, aufregende Welt außerhalb familiärer und schulischer Miseren? Für Konfliktbewältigung aus dem Buch ist es zu früh, selbst Erwachsene haben damit selten Erfolg. Eine einfache klare Sprache, ein dramatischer Spannungsbogen, ein atmosphärischer Hintergrund und eine kleine Dosis Nachdenklichkeit: Das genügt meist schon für ein Kinderbuch.

Bescheidene Ansprüche, die jedoch vom Autor allerhand verlangen. Ein gelungenes unprätentiöses Kinderbuch wird allzu häufig unterschätzt!

Die letzte Instanz beim Buch ist immer der Leser, im Fall der Kinder- und Jugendliteratur also Kinder und Jugendliche. Und gerade hier hat Laetitia eindeutige Zustimmung erfahren.


 

Missbrauch und Abwege beim Abenteuerbuch

(Im Mai 2007 erschienen im Börsenblatt)
 
 
Werden heute noch Abenteuerbücher geschrieben? – Kaum noch, sagen einige wenige, darunter ausgewiesene Experten. Viele hingegen behaupten, im deutschen Sprachraum wären neue Abenteuerbücher in reicher Auswahl auf dem Buchmarkt.
 
Woher dieser Widerspruch? Er liegt in der Definition. – Definitionen können sich ändern, Entwicklungen anpassen, dürfen sich aber nicht in die Beliebigkeit verlieren, ins Konturlose ausufern.
 
Zu den Kerndefinitionen der Abenteuerliteratur gehören eine spannende Handlung, das Erleben in der Natur, Gefahren, die durch Mut und Einfallsreichtum gemeistert werden, und viertens eine reale Darstellung bei Einhaltung der Grenzen der tatsächlichen Wirklichkeit (A.C. Baumgärtner 1995, K. E. Maier 1987, H. Pleticha 1984).
 
Viele halten sich nicht mehr an diese klare Begriffsbestimmung: Etwa achtzig Prozent aller als Aben­teuer­buch firmierenden Titel fehlt die spannende Handlung, oder wenn eine solche vorhanden ist, wird diese – zumindest zeitweise – in eine irreale Welt verlegt, in der alle Logik und alle Regeln unseres Lebens ignoriert werden können.
 
Das hat naheliegende Gründe: Das Aben­teuer­buch steht bei Kindern ganz oben in der Skala der präferierten Genres. Da lässt sich ein Abenteuertitel natürlich wesentlich besser verkaufen, auch wenn er keiner ist.
 
Kürzlich erhielten wir ein Manuskriptangebot, in dem es hieß: „In dieser Erzählung wird das Abenteuer des Schulalltags beschrieben.“ Das war kein Witz, es war ernst gemeint und liegt auch nicht weit entfernt von Titeln wie „Abenteuer Biologie“, „Abenteuer Mathematik“ oder sogar „Abenteuer Denken“.
 
Ähnlich bei sogenannten „lustigen“ oder „verrückten“ Abenteuererzählungen für jüngere Leser. – Verrücktes und Lustiges kann nicht abenteuerlich sein. Wenigstens ein Rest von echter Gefahr muss bleiben.
 
In der Fantasy allerdings gibt es wie beim Aben­teuer­buch spannende Handlungen. Die Protagonisten sind in aller Regel den Herausforderungen am Ende gewachsen. Es fehlt jedoch das Kernkriterium des Realistischen. Das müsste Anlass zur Trennung der Gattungen geben. Dies geschieht aber nicht. Die Fantasy wird dem Abenteuer unter der Bezeichnung Fantasyabenteuer oder Märchenabenteuer zugeschlagen.
 
Das hat nach meiner Auffassung zwei Gründe: Erstens hat der Be­griff Abenteuer (mit Recht) den besseren Ruf, was übrigens nicht bedeuten soll, dass es keine wunderschöne phantastische Kinderliteratur gäbe.
 
Zweitens, es fehlt an Autoren, die die Fähigkeit besitzen, ein „reales Abenteuer“ (Tautologie!) zu gestalten. Was vom Leser sicher nicht beachtet wird, von vielen Rezensenten und Juroren aber leider auch nicht, sind die Schwierigkeiten, die diese Gattung dem Autor bereiten. Er ist der Wahrhaftigkeit verpflichtet und der Forderung nach Glaubwürdigkeit erbarmungslos ausgesetzt. Er kann nicht wie der Fantasyautor in einer virtuellen Welt losfabulieren, er muss der Logik folgen. Es muss alles stimmen und das Ende soll dennoch in einer passenden und dabei möglichst überraschenden Lösung kulminieren. Da werden – besonders beim unbekannten Autor – dann gleich Maßstäbe angesetzt, die kaum zu erfüllen sind.
 
Zum Lesen bedarf es kraftvoller Antriebe, die zum Teil von beiden, von der Fantasy- und der Abenteuerliteratur, bedient werden. – Aber eben nur zum Teil. Bei der Fantasy besteht die Gefahr, dass der Realitätssinn geschädigt wird, mit den Folgen ausufernder Omnipotenz­vorstellungen, mangelnder vernünftiger Selbsteinschätzung und schließlich im Extrem der Verweigerung natürlicher Anforderungen des Alltags. – Genau diese Folgen werden bei Computersüchtigen be­ob­ach­tet, bei denen dann noch häufig das Gewaltmotiv hinzukommt (Th. Mößle 2006, W. Bergmann und G. Hüther 2006).
 
Wir sollten also die spannende Literatur fördern, die realitätsbezogen und damit naturnah ist!
 
Wie für alle Bereiche des Lebens gilt: Der Mensch ist ein Teil der Natur und darf sich nicht ungestraft zu weit von ihr entfernen.
 
Dr. Otfried Wolfrum
 
 
 

Literatur:

Baumgärtner, A. C.: Das Aben­teuer­buch. In: Franz, K. et al. (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon. Meitingen 1995 ff.
 
Pleticha, H.: Das Aben­teuer­buch. In: Haas, G. (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur. S. 206-228. Stuttgart 1984. 3. Auflage
 
Maier, K. E.: Jugendliteratur. S. 125 ff. Bad Heilbrunn 1987, 9. Auflage
 
Mößle, Th. et al.: Mediennutzung, Schulerfolg, Jugendgewalt und Krise der Jungen. Zeitschr. f. Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe, H. 3, S. 1-23, 2006.
 
Bergmann W. und G. Hüther: Computersüchtig – Kinder im Sog der modernen Medien. Düsseldorf 2006.
 
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